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2008: Jan / Feb / Mrz / Apr / Mai / Jun / Jul / Aug / Sep / Okt / Nov / Dez | |||||
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200.
Geburtstag von Carl Spitzweg
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Die Gemälde Carl Spitzwegs (1808—1885) gehören zu
den bekanntesten und beliebtesten in Deutschland. Bei einer Umfrage
des Kunstmagazins „art“ nach dem Lieblingsbild der Deutschen
landete „Der arme Poet“ auf dem zweiten Platz, gleich hinter
Leonardo da Vincis „Mona Lisa“. Auch Spitzwegs Bilder „Der Bücherwurm“
und „Der Sonntagsspaziergang“ stehen in der Rangliste weit
vorne. Die drei Gemälde zeigen Spitzwegs Zeitgenossen aus der so
genannten Biedermeierzeit zwischen 1815 und 1848 - immer mit einem
leicht ironischen Unterton. Doch was genau zeichnete das Biedermeier
aus? Und welche Rolle nahm Spitzweg in dieser Epoche ein? |
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Der Bücherwurm |
Carl Spitzweg lebte in einer Zeit, die von den
Nachwirkungen der Französischen Revolution und den Kriegen
Napoleons geprägt war. Anders als in Frankreich hatten in
Deutschland die Könige und Fürsten ihre Macht erhalten können.
Demokratisch gesinnte Reformer wurden verhaftet, die Presse
zensiert. Gegen diese Repressalien gab es kaum Protest aus der
Bevölkerung. Im Gegenteil: Viele akzeptierten die Unterdrückung,
da diese für sie politische Stabilität bedeutete. Nach den
Unsicherheiten der napoleonischen Zeit wünschten sie sich eine
feste gesellschaftliche Ordnung und wirtschaftliche Sicherheit.
Dafür nahmen sie selbst die Beschneidung ihrer Bürgerrechte in
Kauf. Woher
kommt der Name der Zeit |
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Der arme Poet |
Der arme Poet “Der arme Poet“ ist Carl Spitzwegs bekanntestes Gemälde. Das Bild zeigt einen Dichter in seiner ärmlichen Dachstube. Ein alter Schirm schützt seine Matratze vor den Wassertropfen, die durch die undichte Decke dringen. Zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrückt er einen Floh. Seine Zipfelmütze besitzt hohe Symbolkraft: Sie ist Zeichen des verschlafenen, von der Politik ausgeschlossenen Bürgers. Durch das Fenster sind verschneite Dächer zu erkennen, offenbar ist es sehr kalt. Doch den Ofen kann der Dichter nur mit seinen eigenen Werken heizen: Die Blätter im Ofenloch gehören zu einem Papierbündel, das lateinisch mit „Operum meorum fasckulum III“ (deutsch: Das dritte Bündel meiner Werke) beschriftet ist. Spitzweg zeigt den „armen Poeten“ als skurrilen Sonderling, der sich zu Höherem berufen fühlt, in Wirklichkeit aber lebensuntüchtig ist. Das Bild ist in der Neuen Pinakothek in München zu bewundern, eine zweite Fassung hängt im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Als gelernter Apotheker hatte er nie eine Kunstakademie besucht und sich das Malen autodidaktisch beigebracht. |
Spitzweg wurde am 5. Februar 1808 geboren und schuf bis zu seinem Tod 1885 in München mehr als 1500 Bilder und Zeichnungen